D A S  Z U N G E N P I E R C I N G

 

Das Zungenpiercing gehört zu den harmlosesten und vor allem zu den am schnellsten verheilenden Piercings überhaupt. Alles in allem einer der angenehmsten Stiche. In jeder Beziehung!

 

Diskreter Zungenschmuck, der Spaß verspricht!

 

Wenn man nicht zu der kleinen Minderheit gehört, die an viel zu langen Steckern permanent herumkauen und den Stift andauernd aus dem Mund schieben, um auch jedem zu zeigen, daß man ein Zungenpiercing hat, dann ist dieses Piercing eine sehr diskrete Sache. Heute wählen viele Menschen gerade ein Zungenpiercing, weil es sehr diskret getragen werden kann und trotzdem viel Spaß verspricht: dieses Piercing hat eben noch praktischen Wert beim Liebesspiel. Selbst der ewige Spitzenreiter Bauchnabelpiercing wurde von Platz 1 der Rangliste »Meistgewünschtes Piercing« durch das Zungenpiercing verdrängt.

 

Stich und Heilung gut!

 

Darüber hinaus hat mit Sicherheit auch die relative Schmerzfreiheit beim Stich und die extrem rasche Abheilzeit zu dieser Entwicklung geführt. Oftmals geht der Laie davon aus, daß ein Zungenpiercing mit einem sehr unangenehmen »Sich-auf-die-Zunge-beißen« zu vergleichen sei, was nicht der Realität entspricht. Eine Piercingnadel ist eben kein stumpfer Gegenstand, der das Gewebe einquetscht, sondern ist sehr scharf und spitz und gleitet in der Regel durch die weiche Schleimhaut der Zunge wie ein Messer durch warme Butter. Viele Kunden sind nach dem Stich überrascht, überhaupt nichts gespürt zu haben.

Zur Abheilzeit ist zu sagen, daß das Piercing nach circa zwei Wochen komplett verheilt ist, wobei die ersten Tage zu den unangenehmsten zählen. In 80% aller Fälle kommt es meist am Tag nach dem Einsatz für drei Tage zu einem extremen Anschwellen des Muskels, verbunden mit einer Art Muskelkatergefühl in der Zunge. Das Sprechen ist gestört und sollte in dieser Zeit auf ein Minimum reduziert werden.

 

Schwellungen können unangenehm sein

 

Danach wird es nur noch besser, d.h. nach drei bis vier Tagen schwillt die Zunge wieder ab. Gegen die Schwellung kann man Eiswürfel lutschen oder Eiswasser trinken.

Überhaupt kann die Nahrungsaufnahme in dieser Woche erschwert sein. Heiße, stark gewürzte und feste Speisen sind zu meiden. Leckereien wie gestampfte Kartoffeln und matschige Spaghetti werden in dieser Zeit zur Leib- und Magenspeise. Da die Speicheldrüse in der Abheilzeit eine nie geahnte Aktivität entfaltet, gleitet der Brei schön glischtig durch die Speiseröhre. Witz beiseite: In der Abheilzeit kommt es in vielen Fällen zu einem Anschwellen der Drüse unter dem Kinn, was aber kein Anlaß zur Beunruhigung ist.

Nach der Einnahme von Speisen und Getränken ist das intesive Spülen mit Salzwasser dringend anzuraten. Rauchen sollte unterlassen werden.

Ein weiterer Nebeneffekt während der Abheilphase ist, daß die Geschmacksknospen an der Zungenspitze sensibler sind und ein kitzeliges oder brennendes Gefühl verbreiten - auch das gibt sich nach ein paar Tagen.

 

Unbedingt den Erststecker nach dem Abschwellen gegen einen kürzeren tauschen!

 

Ein Zungenpiercing wird generell so gesetzt, daß es zu keiner dauerhaften Sprachstörung kommen kann. Wichtig ist, daß nach dem Abschwellen der lange Stecker gegen einen passenden, kurzen getauscht werden (circa nach sieben bis zehn Tagen). Dieser Service wird heute von vielen Studios angeboten und ist meist im Preis inbegriffen. Der passende kurze Stecker verhindert, daß es zu einer Dehnung des Stichkanals kommt und der Kunde ständig, absichtlich oder nicht, auf seinem Schmuck herumbeißt und gegen die vorderen Zähne stößt. Der Zahnschmelz - der natürliche Schutz der Zähne - wird dadurch angegriffen und im Extremfall brechen ganze Brocken 'raus. Einige Zahnärzte warnen generell vor Zungenpiercings, da sie der Ansicht sind, daß das Metall den Zahnschmelz angreifen könne. Andere sehen das nicht so.

 

Mögliche Gefahren

 

Die Gefahren eines Zungenpiercings bestehen zwar nicht in einer Gesichtslähmung oder dem Verlust des Geschmacksinns, sind aber in Form einer Wucherung von sogenanntem wildem Fleisch durchaus vorhanden. Diese Wucherung entsteht im Laufe des Abheilprozesses. Sie ist nicht schmerzhaft, sieht aber nicht gut aus. Nach einer gewissen Zeit bildet sich das Gewebe normalerweise auch wieder zurück. Wer ungeduldig ist, kann sich das Gewebe auch wegschneiden oder wegätzen lassen. Eine sehr unangenehme Prozedur, und es ist auch nicht ausgeschlossen, daß es nachwächst. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr gering, aber über die Möglichkeit dieser Komplikation sollte man auf alle Fälle Bescheid wissen.

 

Pflege danach…

 

Zur Pflege sollte mindestens zwei Mal täglich mit Listerine gespült werden. Übertreiben sollte man es aber nicht, denn in der Mundflora befinden sich Enzyme und Peptide, die auf natürlichem Wege die Bakterien zerstören und somit Entzündungen verhindern.

Zungenpiercings sind eine wirklich feine Sache, die nicht ohne Grund auf dem Vormarsch ist.

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