D A S  S E P T U M

- Nasenscheidewand -

 

Das Septum-Piercing ist in unserem Kulturkreis ein noch ungewöhnlicher Körperschmuck, der noch einige Zeit brauchen wird, um so akzeptiert zu werden wie beispielsweise ein Ohrläppchen-Piercing. Gemeint ist damit das Durchstechen des Gewebes der Nasenscheidewand, und zwar hinter dem vorderen Knorpel.

 

Heilungszeit

 

Die Abheilzeit dauert bei diesem Piercing circa vier bis sechs Wochen und ist damit etwas länger als beim Nasenflügel-Piercing. In diesem Zeitraum kann man an der Nasenspitze noch Tage oder sogar Wochen nach dem Stich bei Berührung einen leichten Druckschmerz verspüren. Da die Nasenscheidewand sehr unzugänglich ist, kommt zum Glück auch niemand auf die Idee, sie mit einer Ohrlochpistole zu malträtieren. Wie immer sollte der Kunde auch bei diesem Piercing auf einen erfahrenen Piercer zurückgreifen, da die Arbeit gar nicht so einfach auszuführen ist. Ein großer Vorteil ist die schnelle und komplikationsfreie Abheilzeit. Bis auf den oben genannten Druckschmerz sind so gut wie gar keine Unannehmlichkeiten zu verzeichnen.

 

Schmerz laß nach!

 

Ebenfalls sollte nicht verschwiegen werden, daß es sich bei diesem Piercing um eines der schmerzhaftesten handelt. Das Schmerzempfinden ist, wie in dieser Reihe schon öfters erwähnt, von individueller Natur und kann natürlich nicht verallgemeinert werden. Geht auf jeden Fall davon aus, daß es schmerzhafter ist als zum Beispiel beim Ohrläppchen oder der Augenbraue, da die Nase an dieser Stelle sehr empfindlich ist.

 

Schief plaziert muß nicht sein!

 

Als in früheren Zeiten dieser Stich noch mit einer gewöhnlichen Klemme bzw. sogar Freihand gestochen wurde, war es nicht verwunderlich, daß der Stick nicht selten krumm und schief wurde, da der Weg durch das Gewebe verdammt lang ist und die wenigsten Kunden den oftmals langsam ausgeführten Stich ohne ein reflexartiges Wegdrehen des Kopfes aushalten.

Heutzutage gibt es zum Glück ein extra dafür entwickeltes Gerät, und man muß kein Lotteriegewinner sein, um diesen Schmuckeinsatz so hinzukriegen, daß er nicht lächerlich aussieht.

Obwohl der menschliche Nasenknorpel an dieser Stelle nicht selten verwachsen ist und jedes der beiden Nasenlöcher oftmals völlig unterschiedlich geformt, liegt eine gerade und schöne Plazierung durchaus im Bereich des Möglichen.

 

Septumkeeper erleichtert Heilung

 

Setzt man am Anfang einen sogenannten »Septumkeeper« ein, kann und muß der Stichkanal eigentlich auch nicht gereinigt werden, da der Keeper so stramm und eng an den Rändern anliegt, daß keine Möglichkeit besteht, daß Schmutz in die Wunde gelangt. Voraussetzung ist natürlich, daß sauber gearbeitet wurde. Hilfreich für den Abheilungsprozeß ist auch, daß an der Nase so gut wie keine Bewegung oder Reibung stattfindet und die Schleimhäute an sich sehr gut verheilen.

Der sogenannte »Keeper« (Platzhalter) ist in diesem Bereich sowieso ein sehr beliebter Schmuck, weil er dieses immer noch sehr extrem erscheinende Piercing durch die Möglichkeit des Versteckens erst für eine breitere Kundenschicht ermöglicht hat. Das bedeutet, wenn ich mir beispielsweise aus beruflichen Gründen einen solchen Schmuck nicht leisten kann, plaziere ich für die Arbeitszeit einen sogenannten Keeper oder Retainer, also einen Platzhalter, im Stichkanal, so daß meine Umwelt nicht mitkriegt, daß ich dort gepierct bin. Von außen ist der Schmuck bei entsprechender Plazierung nicht sichtbar.

 

Dehnung

 

Auf der anderen Seite besteht auch in diesem Bereich die Möglichkeit der Dehnung, und ich kann bei Lust und Laune wirklich dicke Ringe, Tusks oder ähnliches einsetzen, an denen garantiert niemand vorbeisehen wird. Gedehnt wird wie bei allen Piercings ganz vorsichtig und Schritt für Schritt mit dem Dehnungsring, besser noch mit dem Dehnungsstab.

Ansonsten gilt wie bei den Nasenflügeln auch, daß sich der Stichkanal beim Entfernen des Schmucks, auch wenn dieser schon Jahre plaziert war, in der Regel innerhalb kürzester Zeit schließen kann.

Quelle: Tätowiermagazin

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