D A S  A U G E N B R A U E N P I E R C I N G

 

Das Augenbrauenpiercing ist trotz verheerender Pressemitteilungen in der Boulevardpresse ein Piercing, das sich mehr und mehr durchsetzt, da es zu denen gehört, die schnell und ohne Komplikationen abheilen. Ohnehin stellen wir in dieser Reihe nur Piercings vor, die bei korrekter und professioneller Ausführung keinerlei Gefahr für Leib und Leben darstellen, nicht zu Behinderungen oder Beeinträchtigungen im Alltag führen und in der Regel problemlos verheilen.

Relativ schmerzfreier Stich mit Möglichkeit des Herauswachsens


Die Abheilzeit beim Augenbrauenpiercing ist mit durchschnittlich vier Wochen relativ kurz. Das Schmerz- empfinden beim Stich ist eher auf der unteren Skala anzusiedeln, wobei es grundsätzlich natürlich schwierig ist, allgemeingültige Aussagen zum Schmerzempfinden zu machen - jeder empfindet eben anders.

Ein Augenbrauenpiercing kann unter Umständen, genauso wie ein Bauchnabel- oder Brustwarzenpiercing, nach einiger Zeit vom Körper abgestoßen werden bzw. herauswachsen. Dieser Vorgang ist nicht schmerzhaft, endet jedoch leider damit, daß beim Erreichen einer gewissen Kürze des Stichkanals der Schmuck wegen Verletzungsgefahr herausgenommen werden muß. Eventuell können nach dem Herauswachsen kleine Narben zurückbleiben, die oft jedoch von den Augenbrauen überdeckt werden. Bezüglich der Plazierung des Schmuckes sollte das Piercing nicht weiter außen als dem Punkt oberhalb des Augenwinkels gestochen werden. Nach innen, in Richtung Nasenwurzel, erhöht sich die Spannung der Haut, wodurch auch die Wahrscheinlichkeit des Herauswachsens ansteigt.

Blutungen während des Stichs


Worauf jeder Kunde vor dem Piercing hingewiesen werden sollte, ist, daß es in seltenen Fällen durch Verletzung eines Gefäßes zu einer Blutung kommen kann, die aber problemlos durch Kompressen innerhalb von ein, zwei Minuten wieder gestillt werden kann. Es ist auch möglich, daß es durch eine Blutung nach innen zu einem dicken »Blauen Auge« kommen kann. Dieser Fall ist jedoch äußerst selten, die Wahrscheinlichkeit ist kaum noch in Prozentpunkten auszudrücken. In der Regel blutet dieser Stich aber überhaupt nicht.

Innerhalb der Abheilzeit kann es zu Verletzungen kommen, die man sich z.B. im Schlaf zuzieht. Diese können Entzündungen hervorrufen, die bei sachgerechter Behandlung aber nach 1-3 Tagen wieder abklingen. Verschleppt werden darf eine Entzündung bei Piercings natürlich auf gar keinen Fall.

Schmuckwahl


Es können sowohl Ringe als auch Stäbe eingesetzt werden, wobei bis zur kompletten Stabilisierung des Stichkanals zu möglichst leichten Materialien wie z.B. Titan zu raten ist. Gewarnt werden muß auch hier vor Billigschmuck, in dem teilweise hohe Mengen an Nickel, Cadmium, Blei u.a. enthalten sind. Bei der korrekten Plazierung von zugelassenem Schmuck sind dagegen keinerlei Vergiftungen oder andersweitige Komplikationen möglich, wie sie leider immer wieder durch die Presse geistern.

Augenbraue nicht zu verwechseln mit Augenlid


Eine weitere Meldung, die oft aus der Horrorkiste gekramt wird, ist die Verletzung des Sehnervs oder die Gesichtslähmung. Eine Verletzung des Sehnervs ist völlig ausgeschlossen, von Verletzungen des Lidheber- muskels, die dazu führten, daß das Auge nicht mehr geöffnet werden konnte, wurde von Amateurpiercings berichtet, bei denen das Augenlid und nicht die Augenbraue durchstochen wurde. Solch ein schwachsinniges Piercing wird jedoch von keinem professionellen Piercer durchgeführt werden, zumal es auch unweigerlich den Augapfel schädigen würde.

Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß die hier genannten Daten und Angaben bezüglich Abheilzeit, Schmerzempfindung oder auch Komplikationen auf Erfahrungswerten beruhen und als Durchschnittswerte zu verstehen sind, die nicht notwendigerweise auf jede Person zutreffen.

Quelle: Tätowiermagazin

 

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